Fusion Festival 2008. Ein Rückblick. Musikentdeckungen

Fusion
Seit ich mich mit elektronischer Musik anfing zu beschäftigen, kreuzte mich immer wieder der Begriff “Fusion Festival”. Viele sprachen begeistert davon, es sei das ultimative Festival, die beste Musik und die schönste Kulisse. Spontan entschied ich mich so, diesen Sommer nach Mecklenburg-Vorpommern zu reisen und mir dieses Spektakel anzusehen.
Turmbühne
Die Türmbühne. Foto von Oliver Hiltbrunner, gefunden auf Flickr
Das ganze ist natürlich ein krasses Erlebniss. Ich würde sagen, es ist am besten zu umschreiben mit: Ein besetztes Haus im Festival-Stil mit bis zu 50′000 Besuchern. Es ist auch kein Technofestival, wie dies viele vielleicht meinen. Sondern eher einbisschen wie Woodstock mit moderner Musik. Auch Reggae, Hiphop, Rock und andere Sachen waren zu entdecken. Das ganze ist mit sehr viel Liebe und Hingabe aufgebaut und Securitys habe ich auch keine gesehen. Werbung gibt es natürlich auch nicht und jegliche Kommunikation nach aussen wird eher erschwert. Das EM Finale Deutschland – Spanien wurde nirgends gezeigt!

Die legendäre Turmbühne hat mich aber eher nicht so überzeugt. Die Musik war sehr Technoid, Minimalistisch und wummerte natürlich 3 Tage lang genau in mein Zelt hinein. Viele “Kenner” waren auch eher entäuscht, da bisher die Turmbühne auch mit Neuentdeckungen überzeugte. Dieses Jahr waren diese Neuentdeckungen meines Erachtens einbisschen bei den Haaren herbeigezogen. Dafür entdeckte ich auf den anderen Bühnen interessante Musik:

  • DJ Yuksek, ein französischer DJ aus dem Ed Banger Umfeld, brachte ein energiegeladenes DJ Set im Stil von NuRave/Breakbeats/Ghettoelektro. Also Drums oft auch im Stil von Breakbeats jedoch mit grossen, kräftigen Synthies im Stil von NuRave. Leider wirkte er nicht besonders motiviert. Aber die Musik war krass.
  • Sick Girls aus Berlin. Für mich fast die Überraschung schlechthin, da wir per Zufall im Salon de Bailey gelandet sind und diese energiegeladenen Girls miterleben durften. Musikalisch beschreiben sie sich zwischen Grime, Dirty South, Dancehall, Elektro, … Also eine spannende Mischung. Jedenfalls der Geheimtipp schlecht hin und vielleicht auch die Erlösung für alle eingeschlafenen, immer gleich tönenden Hiphoppartys.
  • Saint Pauli. Dieser DJ rettete einen verkaterten Abend, da er mit seinem Set mich auch vollkommen nüchtern fast zum ausrasten gebracht hätte. Wie soll man dieser Musik sagen? Elektropunk? Da wummerten hammerharte, verzerrte Synthies durch die Boxen unterlegt von einem stampfenden und treibenden 4 to the Floor Beat. Die Crowd kochte! Übringens kommt er am 30. August in die Schweiz ans Electrosanne

Natürlich gibt es noch tausend andere Entdeckungen, jedoch sind das für mich die Top 3 und deshalb in meinem Ehrwürdigen Blog erwähnt.

Weitere Bilder vom Fusionfestival am besten auf Flickr: Flicker Pool vom Fusion Festival 2008

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