Sex Sax oder Langstrassenfest?

zu aller erst eine warnung: dieses schreiben kann ironie und unwahrheiten enthalten. alle behandelten clubs, events, djs und andere juristische oder natürliche personen werden vom autor in grossem masse respektiert.

hallo geschätzte leserin und geschätzter leser

ich musste mich mit meinem anwalt kurzschliessen, da sich doch einige leute ans bein gepisst fühlten durch den sarkasmus und die ironie die gemäss deren meinung nicht von allen meinen leserinnen und lesern verstanden werden. obwohl die audienz dieser schreiben die intelligenteste, attraktivste und freien geistes ist. ganz tief in meinem herzen wünsche ich allen partyveranstalter rappelvolle partys mit zahlungskräftigem publikum, welches nüchtern in den club kommt und sturzbetrunken in begleitung einer attraktiven neu-bekanntschaft die party dann wieder verlässt, sobald die türsteher höflich mit der hand gestikulieren. und allen djs mehr bookings, als sie sich wünschen können mit gagen, welche jeden banker in den neid treibt und den hübschesten menschen im backstage, welche dezent die djs anhimmeln. und allen partygästen partynächte wie im siebten himmel mit billigem eintritt, getränkegutscheinen und djs, die die lieblingslieder von euren lippen ablesen können.

gemäss traditioneller struktur dieser texte, nun erstmal ein kleiner rückblick:
crookers war ja im hive und hat den erwartungen der crowd grösstenteils nicht entsprochen. die hippen ravekids waren pünklich um 11:00 vor dem hive in der grossen schlange und warteten sehnsüchtig darauf, tracks wie ‘day and night’, ‘knobbers’ oder ‘we are all prostitutes’ eine nacht lang zu hören. stattdessen spielten diese leute einen querschlag durch die moderne clubmusik mit beatport top 1 tracks wie ‘tarantula‘ aber auch hartem dubstep und house classics wie ‘Cajmere – Percolator‘ (1992!, big up an luca look fürs track erkennen). die grosse inspiration wars nicht, aber ein spannedes set von 2 legendären produzenten, die zweifellos ein genre sehr stark geprägt, wenn nicht sogar definiert haben. viele waren dann schnell aus dem heissen keller an die frische luft zum rauchen und dampf ablassen und erzählten entäuscht, dass sie mehr erwartet hätten. ich fragte dann einfach mal, wieso sie denn entäuscht wären, ob sie denn das album von crookers nicht kennen? – album? – ja. tons of friends. – nie gehört. schade, sonst wüsstest du auch, wer hier spielt. informationsmangel? hier ausgleichen: ‘tons of friends’ review + alle tracks als youtube link bei laut.de.

naja, dann war dann schon freitag. die erwartungen haben sich grösstenteils bestätigt. für ein review über a-trak (name ist mir wieder eingefallen …) verweise ich hochachtungsvoll ins cockpit an hands solo (achtung: er spricht da über einen trizzy, das ist ein etwas ironischer spitzname für a-track).

im letzten schreiben habe ichs schon mal angetönt, am freitag spielen wir im hive mit ‘drop the lime‘ und ponybomb. die ganze sause heisst ’stereo’ und diesen namen für ein partylabel solltet ihr euch einprägen. bis jetzt war jeder internationale für mich inspiration und auch die tracks in unserem set. grosses booking kino also (schleimen ist, etwas gut zu reden, was eigentlich nicht toll ist um sich daraus einen vorteil zu verschaffen). in der tanzstube parallel dazu findet ‘familiäschluuch’ statt. mister hilton lädt zu speis und trank ohne speis dafür mit musik. immer schön im familienkreis jägermeister zu trinken.

ansonsten wäre noch das langstrassenfest. und wer von euch hoch geachteten leserinnen und lesern jetzt denkt: langstrassenfest = langstrasse – das ist doch dieser hippe ort mit all diesen tollen menschen dem sei dieses bild hier empfohlen:

und dazu noch das programm vom langstrassenfest als pdf.
ja und an diesem abend wird an der langstrasse auch wenig zürischnurrä oder portugiesisch, patois, türkisch oder jugoslawisch zu hören sein, sondern vermehrt auch st. gallerdüütsch und aargauersläng (nichts gegen wahlzürcher – ist ja immerhin eine sehr gute entscheidung – aber partytouristen fallen leider negativ auf, auch mit dem dialekt). gut, der bewandelte nachtmensch denkt sich jetzt natürlich, da gibt es ja so lokalitäten wie das revier, cocuna, longstreet oder zuki, die haben ja ein gutes programm für diesen abend und auch sonst angenehme orte (welche dem ältesten gewerbe so was wie das büro streitig gemacht haben und dieses aufs shilquai ausweichen musste). volle zustimmung, aber eben, das wird leider etwa so sein wie am easter festival oder so, wo dann halt die leute die dann schon mal da sind auch gleich diese netten lokalitäten von innen betrachten wollen.

deshalb: sex sax statt volksfest mit chilbi. freue mich schon riesig auf drop the lime. trendy new yorker und so, mal richtig gute club musik von den staaten:

Drop the Lime — Sex Sax from Trouble & Bass on Vimeo.

Annäherung an Urban Electro

short fuckin english version: this is a promo mix i did for the swiss radio station: virus. the theme is urban electro. means: rap and dancehall tracks remixed with house (or electro, if house is a dirty word …).

Liebe Leute

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, konnte ich am letzten Samstag (5. September 2009) bei Radio Virus vorbei in die Show von Rosanna Grüter (Läbä fürs Weekend). Dafür musste ich einen halbstündigen Mix erstellen und ich entschied mich fürs Thema Urban Electro.

Nun, wie angekündigt möchte ich mich mit diesem Thema auseinandersetzten. Dafür habe ich extra eine neue Kategorie erstellt. Nun hier mal als Vorgeschmack der Mix, den ich fürs Radio Virus gemacht habe.

Virus Logo

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

Pushking Noize – Urban Electro Promomix 128kbit (Download)

Tracklist:
1. Rappresentas feat. Spachtler aka. Pushking Noize – Im wildä wastä
2. Fugees – Fu-Gee-La (FnDannyBoy Remix)
3. Katakombot & Pushking Noize feat. T.O.K, Capleton – Martial Arts Riddim Remix
4. Will Smith – Fresh Prince of Bel Air (Mustard Pimp Remix)
5. Terry Lynn – Kingstonlogic (Angrier Remix)
6. Pit Bull feat. Rina & Young Boss – Go Girl (Chew Fu Fix)
7. The Outhere Brothers – Enjoy (Crookers Vocal Mix)

Vorallem Track 3 ist sehr interessant. Dies ist ein neues Projekt welches ich zusammen mit den Katakombot Jungs am Start habe. Es geht darum, Dancehall Tunes zu nehmen und die tragenden Elemente beizubehalten (Riddim, Toasting), jedoch in einer neuen Clubmanier aufzubereiten. Also mit Bridges, Fetteren Basslines, Four-to-the-Floor Drums, …

Ziehts euch rein, hinterlasst Kommentare und verbreitet diesen Mix.

Bloghouse. Unwort oder die Zukunft der Musik?

Wahrscheinlich hat dieser Begriff Bloghouse als erste die Zeitschrift “Phoenix” in den Journalismus gebracht und damit einem relativ neuen Phänomen der Entwicklung von Musik und Internet einen Namen gegeben. Im Beitrag Blog house in Basstown wird über die angeblich erste Blog-House Band berichtet. Diese nutzte Blogs als Verbreitungsvektor, da sie zwar ein gutes Lied produziert haben, aber die Samples nicht gecleart haben. (Sample-Clearing heisst, dass wenn ein Produzent Teile eines fremden Stückes in einer Produktion benutzt, dass er dies zuerst rechtlich klären muss) Also blieb den Jungs nichts anderes übrig, als das Lied halt einfach so zu veröffentlichen. Scheinbar hatten sie so ungeahnt grösseren Erfolg und dementsprechend auch Promo, als wenn sie dieses Lied herkömmlich veröffentlicht hätten.

Genau so wie New Rave ist aber auch dieser Begriff umstritten. Für mich stellt er mehr die Art und Weise der Verbreitung und des Marketings von Musik dar, als ein Genre im eigentlichen Sinne. House steht dabei für Clubmusik (was ja ein riesiges Spektrum umfasst) und Blog für die Verbreitung.

Bloghouse Szene
Die Bloghouse-Szene funktioniert dabei so, dass es einige renommierte Blogs gibt, welche eine grosse Leserzahl haben und stetig über Musik schreiben und auch Musik frei zum Download anbieten. Die Tracks werden diesen Bloggern regelrecht nachgeworfen, da ein Post bei einem grossen Blog sofort riesige Promotion bewirkt. Oft sind das Freetracks aus einer neuen EP, welche dann natürlich auch gleich zu den entsprechenden Stores verlinkt wird. Manchmal sind es auch “illegale” Remixes, welche nicht veröffentlicht werden dürften, aber trotzdem sehr tight sind. Diese werden dann auf anonymen Downloadsites wie Rapidshare (kostenpflichtig) oder zShare (gratis) abgelegt und der Blogger sichert sich rechtlich ab, indem er für Links auf seiner Seite keine Verantwortung übernimmt.

Hypem.com
Zusätzlich zu dieser riesigen Blogszene gibt es dann noch die HypeMachine (hypem.com). Diese durchsucht regelmässig tausende dieser Musikblogs und kopiert sich die darauf publizierte Musik in einen lokalen Cache, aus welchem man diese Tracks dann direkt anhören kann. Man kann auf Hypem.com auch verweilen und in den Radiomodus schalten und so neue Hypes während dem Arbeiten entdecken. Die Hypemachine erstellt auch Rankings und Trends einzelner Tracks. Deshalb weiss die HypeMachine auch was momentan Hype ist.

Bloghouse Künstler
Als erstes würde ich sagen, ist sicher Crookers die heisseste Combo, die durch diesen Bloghype herausgekommen ist. Mit ihren bombastischen Remixes von AC/DC “Thunderstroke” oder The Chemical Brothers Feat. Fatlip – The Salmon Dance (Crookers Wow Remix) katapultierten sie sich an die Spitze der Produzenten und DJs in diesem Genre.

Weiter erwähnenswert sind Mighty Fools und FOAMO. Mighty Fools hat vorallem mit ihrem Remix von Kelis – Milkshake auf sich aufmerksam gemacht.

Weiteres Namedropping kommt hoffentlich in kommenden Posts noch mehr. Jedenfalls möchte ich meiner verehrten Leserschaft meine Lieblingsblogs nicht vorenhalten:

Bloghouse Blogs
Mein absoluter Favorit momentan ist: You can Call me Pelski. Ein richtiger Freak, der viel Musik postet, die mir persönlich auch immer sehr gefällt und alles direkte Downloadlinks anbietet. Seine Hochnäsigkeit als Topblogger und Hipster ist auch immer wieder amüsant.

Dann Dancefloor Mayhem, welche jetzt auch auf den eigenen Server gezogen sind und meistens direkte Links anbieten. Ebenfalls sehr geiler Sound im Bereich Elektro, House aber auch Minimal.

Als Label hat Palms Out Sounds gleich noch einen eigenen sehr starken Blog, auf welchem regelmässig gratis Musik angeboten wird und auch wöchentlich mit dem Remix Sunday eben solche umstrittenen Remixes veröffentlicht. Darunter habe ich schon einige glänzende Perlen gefunden!

Für Clubhiphop und Baltimore ist wahrscheinlich First Up, eine schwedische Bloggerin, die auch gleich noch einbisschen Erotik in die Posts hauchen kann, die beste Quelle.

Elektro, Elektropop und Discohouse findet man auf DiscoBelle.net und DiscoDust. Discobelle ist mittlerweile schon so professionell, dass sie Gerüchten zufolge sogar ihre Autoren bezahlen können. Diese Jungs waren auch schon in Zürich im Besame Mucho und hatten ein wahnsinniges Set gedropt.

Nun warten nur noch alle gespannt darauf, bis sich die PushkingNoize Remixes in der Blogosphäre wie ein Lauffeuer verbreiten.